Ford Escape: Mazda-Cousin, Hybrid-Pionier und Kuga-Zwilling

Weißer Ford Escape der vierten Generation auf einer Landstraße zwischen Weinbergen in der Steiermark

Auf ford.com trägt der Escape die Zeile „Tapping the Brakes“: Das SUV lege vorerst eine Verschnaufpause ein, schreibt Ford. Tatsächlich lief am 17. Dezember 2025 in Louisville, Kentucky, der letzte vom Band, ein 2026er ST-Line in Weiß. Ford zählt mehr als 4,5 Millionen Escape in Nordamerika, Autoguide spricht von über 5 Millionen verkauften Autos in Amerika.

In Europa hieß dieser Wagen zuerst anders, und ob der heutige Kuga ein Escape ist, hängt vom Baujahr ab.

Gebaut in Missouri, entwickelt mit Mazda

Die Produktion begann im Juni 2000 im Werk Kansas City. Ford beschreibt den Escape als gemeinsame Entwicklung mit Mazda; das einzige Blech, das Escape und Mazda Tribute teilten, war das Dach. Laut Ward’s arbeiteten beide Firmen zwei Jahre lang in Hiroshima zusammen, Mazda verantwortete die Fahrzeugentwicklung, Ford die Fertigung. Rechtslenker baute Mazda in Hofu. Ward’s hielt außerdem fest, dass es sich um eine Neukonstruktion handelte und nicht, wie zuvor berichtet, um eine Ableitung des Mazda 626.

Zur Wahl standen ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 130 hp (132 PS) und ein 3,0-Liter-V6 mit 173 hp (175 PS). Der Escape startete bei 18.160 Dollar.

Der erste Hybrid-SUV: 155 hp, 9,5 Sekunden

Am 9. März 2004 meldeten Toyota und Ford einen Lizenztausch: Toyota stellte Ford Patente zur Steuerung von Hybridsystemen zur Verfügung, beide tauschten Patente zur Abgasreinigung bei Magermotoren. Fords eigenes System, so die Mitteilung, bringe mehr als 100 eigene Patente mit.

Der Escape Hybrid kombinierte den 2,3-Liter-Duratec (133 hp, also 135 PS, und 129 lb-ft, rund 175 Nm) mit einem 70-kW-Elektromotor. Die Systemleistung lag bei 155 hp (157 PS). Der Akku bestand aus 250 D-Zellen mit 330 Volt, die Kraft ging über ein stufenloses Getriebe; rein elektrisch fuhr der Wagen bis 25 mph (40 km/h).

Der Hybrid kostete 26.970 Dollar als Fronttriebler und 28.595 Dollar mit Allrad, 3.400 Dollar mehr als der V6 XLT. Ford kalkulierte laut Automotive Fleet mit Komponentenkosten von 5.000 bis 7.000 Dollar und plante 20.000 Hybride für 2005, rund 8 Prozent der Escape-Produktion. Bevor der Hybrid 2012 auslief, verkaufte Ford mehr als 100.000 davon.

AngabeStadt (mpg)Landstraße (mpg)Stadt in l/100 km (umgerechnet)
Ford, August 200436316,5
MotorWeek 2005, genannter EPA-Wert33297,1
MotorWeek, eigene Testrunde (gemischt)-32 gemischt7,4 gemischt
Escape mit 2,3-Liter-Benziner, Automatik192512,4

Mit 36 mpg im Stadtverkehr warb Ford für fast die doppelte Reichweite des Benziners. MotorWeek nennt für denselben Wagen 33 mpg und maß selbst 32 im gemischten Betrieb. Der Vorsprung gegenüber den 19 mpg des Vierzylinder-Benziners (Wert aus dem NBC-Fahrbericht) bleibt groß, schrumpft aber von 17 auf 14 mpg. Schnell war der Hybrid nie: 9,5 Sekunden auf 60 mph, die Viertelmeile in 17,4 Sekunden bei 83 mph (134 km/h).

Maverick, Kuga, Escape: wer mit wem verwandt ist

Europa bekam die erste Generation als Ford Maverick, gebaut von 2000 bis 2007 auf derselben Basis wie Tribute und Escape, zu Preisen von etwa 26.650 bis 33.075 Euro. Der erste Kuga von 2008 war kein Nachfolger im technischen Sinn: Die Autozeitung führt ihn auf die Plattform von Focus und C-MAX zurück, mit einem 2,0-Liter-Diesel (136 PS) ab 26.500 Euro.

ZeitraumNordamerikaEuropaTechnische Basis
2000 bis 2007EscapeMaverickgemeinsam mit Mazda Tribute
ab 2008Escape, noch eigenständige KonstruktionKuga Igetrennt: Kuga auf Focus-Plattform
ab 2012Escape, vorgestellt November 2011Kuga II, Genf im Märzgemeinsame C1-Plattform
ab 2019Escape, enthüllt am 3. April 2019Kuga IIIgemeinsame C2-Plattform

Im November 2011 führte Ford beide Modelle zu einem globalen Auto zusammen, zuvor waren es zwei getrennte Konstruktionen; der Name blieb je Region erhalten. Der 2019er Escape basiert auf der C2-Architektur, der Kuga gilt dort als sein europäischer Zwilling. Dass es Unterschiede gibt, zeigt der Plug-in-Hybrid: Beide tragen einen 14,4-kWh-Akku, Ford nennt für den Escape aber 37 Meilen (60 km) nach EPA, für den Kuga 31 Meilen (50 km) nach WLTP.

Das Ende in Louisville

Im August 2025 kündigte Ford an, den Escape nach dem Modelljahr 2026 einzustellen. 2024 verkaufte Ford in den USA 146.859, für 2025 nennt Ford Authority 139.387, im vierten Quartal waren es 24.659, ein Minus von 32 Prozent. Hintergrund ist der Umbau des Werks Louisville: Ford investiert dort 2 Milliarden Dollar für die Universal-EV-Plattform.

Ein Händler im Ford-Händlerrat sagte zu Yahoo Finance sinngemäß: Verliert man den Einsteigerkunden, verliert man eine Generation. Ford verweist auf ford.com auf Bronco Sport, Explorer, Maverick und Ranger. Das 2026er Modell war zudem in Kalifornien, Massachusetts, Oregon, New York, Washington und Vermont wegen der Abgaszertifizierung nicht erhältlich.

Was nach dem Escape kommt

In Louisville entsteht als Erstes der Fathom, ein mittelgroßer Elektro-Pick-up. Ein neuer Escape als Elektro-Crossover auf derselben Plattform wird für 2029 gehandelt. Die Meldung stammt von Ford Authority aus dem Mai 2026, Ford hat nichts bestätigt.

Wer einen gebrauchten Escape aus den USA holen will, findet den grundsätzlichen Ablauf beim Ford Mustang; als größeres US-SUV zum Vergleich bietet sich der Chevrolet Tahoe an.

Fragen zum Ford Escape

Ist der Ford Escape ein Ford Kuga?

Seit 2012 teilen sich beide eine Plattform (C1, ab 2019 C2). Der erste Kuga von 2008 hatte mit dem Escape nichts zu tun.

Wie hieß der Escape in Europa?

Ford Maverick, gebaut von 2000 bis 2007.

Was kostete der Escape neu?

Im Jahr 2000 ab 18.160 Dollar, der Hybrid 2005 ab 26.970 Dollar. In Österreich beginnt der Kuga laut automobile.at bei 37.611 Euro (1,5 EcoBoost, 150 PS).

Kommt ein neuer Ford Escape?

Ford hat keinen Nachfolger bestätigt; ein Elektro-Escape für 2029 ist bislang ein Bericht.