Mustang aus den USA importieren: Abgaben, NoVA, Zulassung

Grauer Ford Mustang GT auf einer Landstraße zwischen Weinbergen der Steiermark

Ein Mustang GT Fastback steht bei Ford in den USA ab 47.795 Dollar in der Preisliste. Nach Österreich importiert, kostet derselbe Wagen nach der Rechnung weiter unten rund 129.000 Euro, weil allein die Normverbrauchsabgabe (NoVA) etwa 78.000 Euro ausmacht. Der Zoll ist es nicht: Für Autos mit US-Ursprung fällt er seit dem 1. Juli 2026 weg, wenn der Herkunftsnachweis stimmt. Der Preistreiber ist der CO2-Wert: Liegt keiner vor, rechnet das Gesetz mit dem Doppelten der Motorleistung in Kilowatt.

Bei einem Klassiker gelten andere Regeln. Ein Mustang, der in Österreich als historisches Fahrzeug genehmigt wird, ist von der NoVA ausgenommen. Dafür muss er älter als 30 Jahre sein, original erhalten und auf 120 Fahrtage im Jahr beschränkt.

Welche Abgaben auf den Kaufpreis kommen

PostenSatz (Stand Oktober 2026)BerechnungsbasisFällig
Zoll10 %; 0 % bei US-Ursprung mit Nachweis, befristet bis 31.12.2029Wert samt Lieferkosten bis zur EU-Außengrenzebei der Einfuhr
Einfuhrumsatzsteuer20 %Wert samt Lieferkosten und Zollbei der Einfuhr
NoVA(CO2 in g/km - 91) / 5 in Prozent, höchstens 80 %; dazu 80 Euro je g/km über 155 g/km; minus 350 Eurogemeiner Wert ohne Umsatzsteuervor der Zulassung, beim Finanzamt
Einzelgenehmigung21 Euro Antragsgebühr, dazu etwa 120 bis 200 Euro (Steiermark)pro Fahrzeugbei der Landesprüfstelle
Eintrag Genehmigungsdatenbankhöchstens 180 Europro Fahrzeugvor der Zulassung
Überstellungskennzeichenetwa 100 bis 150 Europro Fahrzeugfür die Fahrten bis zur Zulassung

Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Datenbankeintrag und Kennzeichen nennt der ÖAMTC, die Gebühren der Genehmigung die steirische Landesprüfstelle. Die NoVA-Sätze führt das Finanzministerium; der Abzugsbetrag von 91 g sinkt jedes Jahr um 3 g und liegt 2027 bei 88 g.

Rechenbeispiel: Mustang GT aus Michigan

Eingangswerte: Ford führt den 2026er Mustang GT Fastback ab 47.795 Dollar, der Motor leistet laut technischem Datenblatt 480 hp (SAE) und die Endmontage läuft im Werk Flat Rock, Michigan. Die EZB nennt am 1. Oktober 2026 einen Referenzkurs von 1,1298 Dollar je Euro. Fracht und Versicherung fehlen, sie erhöhen Zollwert und Einfuhrumsatzsteuer. Als NoVA-Basis dient der Kaufpreis; liegt er unter der Bewertungsliste, zählt der höhere Wert.

  1. Wert: 47.795 Dollar / 1,1298 = 42.304 Euro.
  2. Zoll: mit Ursprungsnachweis 0 Euro, ohne 10 % = 4.230 Euro.
  3. Einfuhrumsatzsteuer: 20 % von 42.304 = 8.461 Euro (mit Zoll: 20 % von 46.534 = 9.307 Euro).
  4. CO2-Wert: Ohne eigenen Wert setzt das Gesetz das Doppelte der Nennleistung in kW an. 480 hp sind rund 358 kW, also 716 g/km.
  5. NoVA-Satz: (716 - 91) / 5 = 125 %, gedeckelt auf 80 %. 80 % von 42.304 = 33.843 Euro. Malus: (716 - 155) x 80 = 44.880 Euro. Abzug: 350 Euro. NoVA gesamt 78.373 Euro.
  6. Summe: 42.304 + 8.461 + 78.373 = 129.138 Euro, ohne Ursprungsnachweis 134.214 Euro, plus etwa 500 Euro an Gebühren.

Weist der Antragsteller einen WLTP-Wert nach, ersetzt er die 716 g/km (§ 6 Abs. 6 NoVAG). Die europäische Version des GT nennt Ford Deutschland mit 328 kW (446 PS) und 275 g/km, ab 62.400 Euro inklusive deutscher Mehrwertsteuer. Mit 275 g/km rechnet dieselbe Basis so: 37 % von 42.304 = 15.652 Euro, plus (275 - 155) x 80 = 9.600 Euro, minus 350 Euro, macht 24.902 Euro. Der fehlende CO2-Wert kostet im Beispiel 53.471 Euro. Die Nennleistung im Bescheid kann von den 358 kW abweichen, und den Österreich-Preis der Europa-Version nennt der Händler.

Zoll: null Prozent nur mit Nachweis

Die Verordnung (EU) 2026/1455 senkt den Zoll für bestimmte Waren mit US-Ursprung ab 1. Juli 2026 auf 0 %. Pkw sind nach der IHK Stuttgart eingeschlossen. Einen formellen Ursprungsnachweis gibt es nicht. Der Anmelder braucht aber Belege, dass die Ware aus den USA stammt und direkt von dort in die EU kam. Wer sie nicht vorlegen kann, zahlt die üblichen 10 %. Ein Mustang aus Flat Rock ist ein naheliegender Fall, ob das Zollamt den Ursprung anerkennt, entscheidet es beim Verzollen. Die Regelung gilt bis 31. Dezember 2029.

Der Weg bis zum Kennzeichen

  1. Kauf: Eigentum über den Certificate of Title sichern (ADAC) und den Kaufvertrag beglaubigen lassen.
  2. Verschiffung: laut ADAC 10 bis 20 Tage, je nach Küste.
  3. Zoll: Anmeldung und Zahlung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.
  4. Einzelgenehmigung und Datenbank: Termin bei der Landesprüfstelle des Hauptwohnsitzes, Eintrag höchstens 180 Euro.
  5. NoVA: Formular NoVA 2 beim Finanzamt, mit Kaufvertrag, Zollbeleg, Datenbankbestätigung und Ausweis. Bar sind höchstens 10.000 Euro pro Tag erlaubt, darüber geht es per EPS. Mit der Zahlung fällt die Sperre in der Datenbank.
  6. Zulassung: Überstellungskennzeichen für die Fahrten, ein positives Pickerl nach § 57a, wenn es fällig wäre, dann die Zulassungsstelle.

Was die Landesprüfstelle am US-Mustang prüft

Ein Auto ohne EU-Typgenehmigung braucht eine Einzelgenehmigung nach § 31 KFG. Der Landeshauptmann entscheidet nach einem Sachverständigengutachten aus einer Einzelprüfung, zuständig ist das Land des Hauptwohnsitzes. In der Steiermark sitzt die KFZ-Landesprüfstelle in der Petrifelderstraße 102 in Graz. Verlangt werden das ausländische Fahrzeugdokument im Original, Besitznachweis, technische Unterlagen und Nachweise zu Abgas und Lärm. Maßstab sind laut ÖAMTC die Vorschriften des Baujahrs. Bei einem aktuellen Modell sind das die heutigen EU-Regeln.

Wie viel Umbau ein US-Fahrzeug braucht, zeigt das Infoblatt des Landes Oberösterreich zu historischen US-Importen: Tacho in km/h, Scheinwerfer mit ECE-Prüfzeichen und Abblendlicht mit asymmetrischer Hell-Dunkel-Grenze, Blinker nur in Orange, rotes Bremslicht, rote Seitenleuchten außer Funktion. Die Steiermark entscheidet nach eigenem Verfahren, deshalb vor dem Kauf dort anfragen.

Klassiker: andere Regeln, andere Stolpersteine

Als historisches Fahrzeug gilt ein erhaltungswürdiges, nicht zur ständigen Verwendung bestimmtes Auto mit Baujahr 1955 oder früher, oder älter als 30 Jahre und in der Liste der historischen Fahrzeuge eingetragen (§ 131b KFG). Das Land Oberösterreich verlangt Originalzustand der Hauptbaugruppen, Erhaltungszustand 1 bis 3 und bei Importen aus Nicht-EU-Staaten ein Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen für historische Fahrzeuge. Gefahren wird an höchstens 120 Tagen im Jahr, mit Fahrtenbuch darüber, und das Pickerl ist alle zwei Jahre fällig.

Beim Zoll lauert ein Fallstrick. Der ÖAMTC nennt für Oldtimer unter Zolltarifnummer 9705 keinen Zoll und 13 % Einfuhrumsatzsteuer, verlangt dafür aber Seltenheitswert und hohen Wert. Das Bundesfinanzgericht hat 2018 einen MGB von 1974 mit 19.713 gebauten Exemplaren dort nicht anerkannt: Die Referenz liegt bei höchstens 1.000 Stück weltweit oder höchstens 300 Zulassungen in Österreich. Ford hat den zehnmillionsten Mustang 2018 gebaut. Nach dieser Messlatte geht ein Serien-Mustang kaum als selten durch, dann gelten 10 % Zoll und 20 % Einfuhrumsatzsteuer. Das Gericht verweist auf die verbindliche Zolltarifauskunft vor dem Kauf. Mehr zum Modell steht im Porträt des ersten Mustang, zur Finanzierung im Ratgeber Oldtimer finanzieren.

Fragen zum Mustang-Import

Wie hoch ist der Zoll auf ein Auto aus den USA?

Üblich sind 10 %, seit 1. Juli 2026 gilt für Waren mit US-Ursprung 0 % mit Ursprungs- und Direktbeförderungsnachweis, befristet bis Ende 2029. Die Einfuhrumsatzsteuer von 20 % bleibt.

Lohnt sich der Import eines neuen Mustang?

Im Rechenbeispiel nicht: Die NoVA liegt mit 716 g/km um 53.471 Euro über dem Wert der europäischen Version mit 275 g/km.

Ab wann ist ein Mustang ein Oldtimer?

Als historisches Fahrzeug genehmigt wird er bei Baujahr 1955 oder früher, sonst nach mehr als 30 Jahren und mit Eintrag in der Liste. Für den Zolltarif 9705 kommen Originalzustand und Seltenheit dazu.

Wie oft darf ich einen historisch genehmigten Mustang fahren?

An höchstens 120 Tagen im Jahr, jeder weitere Tag verlangt Fahrtenbuch-Aufzeichnungen.