Camaro SS: Leistungsleiter vom SS 1967 bis ZL1, Z/28 und 1LE

295 hp leistete der erste Camaro SS, 455 hp der von 2016: ein Plus von 54 Prozent in 49 Jahren. Die Rechnung führt trotzdem in die Irre. Von 1973 bis 1995 gab es keinen SS, und seit dem Jahrgang 1972 werden Leistungswerte nach einem anderen Maßstab angegeben als davor.
An der Spitze steht seit 2017 der ZL1 mit 650 hp. Diesen Namen trug schon 1969 ein Camaro, von dem 69 Stück entstanden.
Super Sport war ein Paket, kein Modell
Im ersten Jahr bestellten Käufer 34.411 Camaros mit der Option Super Sport. Der SS 350 brachte 295 hp, der SS 396 wahlweise 325 oder 375 hp. Der Z/28 mit seinem 302-Kubikzoll-V8 (290 hp) blieb mit 602 Coupés selten. Der SS war das Volumenpaket der Muscle-Car-Jahre.
ZL1: 69 Stück und 4.160 Dollar Aufpreis
Die ZL1 war eine Sonderbestellung (COPO 9560) mit einem Aluminium-V8 mit 427 Kubikzoll. RM Sotheby's nennt 69 Autos, 47 mit Schaltgetriebe und 22 mit Automatik, und eine „konservativ“ angesetzte Leistung von 430 hp. Supercars.net spricht von etwa 500 hp. Beide nennen den Motor als Option für 4.160 Dollar; das Auto in Fort Lauderdale kostete neu 7.800 Dollar, etwa doppelt so viel wie ein Standard-396.
Ein Exemplar (Nr. 53 von 69, ehemals Rennwagen in der NHRA Pro Stock) erzielte 2016 in Fort Lauderdale 404.250 Dollar. Supercars.net verzeichnet 451.000 Dollar für die Nr. 9 bei Barrett-Jackson 2012.
Brutto, netto und ein Loch von 24 Jahren
Der Z28 des Jahres 1970 bekam den LT-1-Motor mit 350 Kubikzoll. Die Leistung nennen die Quellen verschieden: Chevy Hardcore schreibt 375 hp, andere Quellen nennen 360 hp. 1973 waren es dort nur noch 245 hp. Mit dem Jahrgang 1972 stellte die Branche von Brutto- auf SAE-Netto-Werte um. Der SS 396, der in Wirklichkeit 402 Kubikzoll hatte, fiel auf 240 hp, 970 Stück wurden noch gebaut, und der Z28 kam auf 255 hp. Danach verschwand der SS bis 1996.
SLP holt den SS zurück
1996 baute der Zulieferer SLP Engineering im Auftrag von GM wieder Camaro SS, 2.017 Coupés und 364 Cabrios mit 305 hp (315 hp mit optionaler Auspuffanlage). Der Aufpreis zum Z28 lag bei etwa 4.000 Dollar. Ein Jahr später nahm SLP übrig gebliebene LT4-Motoren aus dem Corvette Grand Sport und baute rund 100 Camaro SS 30th Anniversary mit 330 hp.
2002 endete die Generation mit dem SS 35th Anniversary: 3.000 Stück, 325 hp aus dem LS1. Der letzte Wagen lief am 27. August 2002 vom Band.
Das Kürzel 1LE: ein Geheimcode für Rennfahrer
Das Kürzel entstand 1988 als nicht öffentliche Option für den SCCA und IMSA; wer sie wollte, musste nachweisen, dass er damit Rennen fahren würde. 1989 baute Chevrolet laut In The Garage nur 111 Stück: IROC-Z mit Achspaket G92, aber ohne Klimaanlage, dafür mit Ölkühler, vier Scheibenbremsen und Alu-Kardanwelle.
Der SS 1LE des Jahrgangs 2013 war ein SS-Coupé mit Schaltgetriebe, den Rädern und der Lenkung des ZL1 und unter 40.000 Dollar teuer; die 426 hp blieben unverändert. In der sechsten Generation gab es das Paket erstmals auch für den V6 mit 335 hp. Der ZL1 1LE (2018) umrundete die Nordschleife in 7:16.04 Minuten und kostete ab 69.995 Dollar.
Z/28 und ZL1: zwei Wege zu mehr
Der ZL1 von 2012 setzte auf Aufladung: 6,2 Liter, 580 hp, 754 Nm und ein Startpreis von 54.995 Dollar. Der Z/28 von 2014 ging den anderen Weg: ein Saugmotor mit 7,0 Litern, 505 hp, 300 Pfund weniger Gewicht als der ZL1. Auf der Nordschleife war er bei Nässe in 7:37.40 Minuten vier Sekunden schneller als der ZL1.
Die Leistungsleiter
| Jahr | Variante | Motor | Leistung (hp) | Umgerechnet (PS) | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1967 | SS 350 | 5,7 l V8 | 295 | 299 | brutto |
| 1967 | SS 396 (L78) | 6,5 l V8 | 375 | 380 | brutto |
| 1969 | ZL1 | 7,0 l V8 (Alu) | 430 | 436 | Werk, 69 Stück |
| 1972 | SS 396 | 6,6 l V8 | 240 | 243 | netto, 970 Stück |
| 1996 | SS (SLP) | 5,7 l V8 (LT1) | 305 | 309 | 2.381 Stück |
| 1997 | SS 30th, LT4 | 5,7 l V8 | 330 | 335 | rund 100 Stück |
| 2002 | SS 35th | 5,7 l V8 (LS1) | 325 | 330 | 3.000 Stück |
| 2010 | SS | 6,2 l V8 (LS3) | 426 | 432 | Automatik: 400 hp (406 PS) |
| 2012 | ZL1 | 6,2 l V8, Kompressor | 580 | 588 | ab 54.995 Dollar |
| 2014 | Z/28 | 7,0 l V8 (LS7) | 505 | 512 | Sauger |
| 2016 | SS | 6,2 l V8 (LT1) | 455 | 461 | sechste Generation |
| 2017 | ZL1 | 6,2 l V8, Kompressor (LT4) | 650 | 659 | 650 lb-ft (881 Nm) |
Die Quellen zum 2010er SS widersprechen sich leicht. Vor dem Verkaufsstart nannte GM laut Just Auto noch 422 hp, MotorWeek führt das Serienauto mit 426 hp. Umgerechnet ist der ZL1 von 2017 gegenüber dem von 1969 um 51 Prozent stärker (650 zu 430 hp). Der SS legte im gleichen Zeitraum von 1967 bis 2016 um 54 Prozent zu.
Produktionsende 2023 und was danach kommt
Im März 2023 kündigte Chevrolet das Ende der sechsten Generation an. Die letzten Autos sollten im Januar 2024 in Lansing Grand River vom Band laufen; LSX Magazine berichtet, der letzte Camaro sei schon am 14. Dezember 2023 fertig gewesen. Zum Abschied gab es eine Collector's Edition für RS, SS und ZL1; vom ZL1 entstanden nur 350 Stück, in mattem Panther Black, der ersten Mattlackierung ab Werk.
Chevrolet-Vizepräsident Scott Bell sagte dazu, ein Nachfolger sei nicht angekündigt, das Ende aber nicht das Ende der Camaro-Geschichte. 2023 galt ein Elektro-Camaro als wahrscheinlichste Rückkehr. Die Berichte von 2026 sehen es anders: Am 7. April schrieb GM Authority, GM habe einen Nachfolger auf der Alpha-2-Plattform genehmigt, gebaut in Lansing Grand River, Produktionsstart Ende 2027. Am 5. August verschob dieselbe Redaktion den Start auf das Modelljahr 2029: Verbrenner, Hinterradantrieb, Schaltgetriebe optional, vier Türen in der Größe von Malibu oder Chevy SS. Eine offizielle Bestätigung von Chevrolet fehlt.
Wer sich für den Filmstar der Baureihe interessiert, findet ihn im Porträt Camaro als Bumblebee.
Fragen zum Camaro SS
Wie viel PS hat ein Camaro SS?
Das hängt vom Jahrgang ab: von 295 hp (299 PS) im Jahr 1967 bis 455 hp (461 PS) in der sechsten Generation.
Wofür steht SS beim Camaro?
Für Super Sport. Anfangs war das ein Paket, 1967 wurde es 34.411-mal bestellt.
Gibt es einen neuen Camaro?
Offiziell nein. Berichte aus dem Jahr 2026 nennen als Starttermin das Modelljahr 2029.


