Camaro als Bumblebee: GTO-Replik, Serienstart, Transformers Edition

Der gelbe Camaro, der 2007 im ersten „Transformers“-Film zum Autobot wurde, war streng genommen keiner. Hot Rod beschrieb ihn im September 2006 als Pontiac GTO mit Fiberglasformen vom Konzeptauto: Fahrgestell, LS2-V8 und Fahrwerk stammten vom GTO, nur Außenhaut und Armaturenbrett vom Camaro. Das Serienmodell, das man kaufen konnte, war damals für das erste Quartal 2009 angekündigt.
Als es kam, ging die Rechnung auf: 2010 verkaufte Chevrolet in den USA 81.371 Camaro und ließ den Ford Mustang mit 73.356 Stück hinter sich.
Ein Auto, das GM erst noch bauen musste
Regisseur Michael Bay wählte den Camaro, nachdem er laut NBC News Prototypen in GM-Einrichtungen gesehen hatte. Neben dem Camaro (Bumblebee) stellte GM den Pontiac Solstice (Jazz), den GMC TopKick (Ironhide) und den Hummer H2 (Ratchet).
Das Konzept debütierte im Januar 2006 in Detroit. Eine Entscheidung zur Serie fiel erst am 10. August 2006: GM-Chef Rick Wagoner kündigte beim Branchentreffen in Traverse City den Bau des Camaro an, auf einer Hinterradplattform, die Holden in Australien entwickelt hatte. Im Juni 2006 nannte Wards Auto für den Fall einer Serie V6 oder V8 und rund 20.000 Dollar für die Basis, bis zu 30.000 Dollar voll ausgestattet.
Gekommen ist es etwas teurer. Der SS mit 6,2-Liter-V8 kostete 2010 laut MotorWeek ab 31.595 Dollar, rund 8.000 Dollar mehr als der V6. Der V6 leistete 300 hp (umgerechnet 304 PS); GM erwartete in Kanada, dass mindestens 70 Prozent der Käufer ihn wählen würden.
Pontiac GTO unter Fiberglas
Gebaut hat die Filmautos Saleen. Laut dem Exclusive Car Registry entstanden zwei Exemplare auf zerschnittenen GTO-Gerippen, mit Karosserieteilen nach dem Konzeptauto. Für die Fortsetzung 2009 bekamen beide eine neue Front und neue Räder.
Hot Rod listete die Kompromisse eines Requisits auf: Die Seitenscheiben bestanden aus Plexiglas und ließen sich nicht herunterkurbeln, der Kofferraum war hohl und enthielt nur den Tankstutzen, die Automatik galt als Stuntfahrer-Standard.
Selbst der alte Camaro, der in der ersten Szene auf dem Gebrauchtwagenplatz steht, ist je nach Quelle ein anderer. GM Authority schreibt von einem 1975er, Hot Rod nennt drei Autos von 1976, andere Quellen sprechen vom Baujahr 1977.
Fünf Filme, fünf Wagen
| Film (Kinostart) | Bumblebee-Auto | Basis |
|---|---|---|
| Transformers (2007) | zuerst ein Camaro aus den 1970ern, dann das Konzept | Pontiac GTO mit Karosserie nach dem Konzept (Saleen) |
| Revenge of the Fallen (2009) | dieselben zwei Autos | neue Front und neue Räder |
| Dark of the Moon (2011) | Camaro SS, Modelljahr 2010 | Serienauto mit Transformers-Emblemen, Haube im Cowl-Stil und Karbonspoilern |
| Age of Extinction (2014) | Camaro, Modelljahr 2013 | umgestaltet, Vorschau auf die sechste Generation |
| The Last Knight (2017) | Camaro, Modelljahr 2016 | umgestaltet, Vorschau auf den Camaro SS ab 2019 |
Die Angaben zu den letzten drei Autos stammen aus dem Bericht von The Drive über die Versteigerung, die Einordnung als Designvorschau aus GM Authority. Den Camaro SS selbst behandelt das Porträt zum Camaro SS und seinen Leistungsvarianten.
Gelb für 995 Dollar
Am 22. Juli 2009 stellte Chevrolet auf der Comic-Con in San Diego die Transformers Special Edition vor. Das Paket kostete 995 Dollar, ließ sich auf LT und SS bestellen und gab es nur in Rally Yellow. Dazu gehörten Autobot-Schilder auf Kotflügeln und Radkappen, ein gestickter Autobot an der Mittelkonsole und schwarze Rallyestreifen mit dem Transformers-Schriftzug, laut Auto123 auch Schwellerleisten mit Logo. T-online zufolge gab es ein ähnliches Paket auch in Europa.
Wie viele Autos es gab, sagen die Quellen nicht einheitlich. Ein Hagerty-Inserat spricht von 830 Stück, das Martin Auto Museum von 1.916 (geplant waren 1.500, die Produktion endete am 12. Januar 2010), Motorious von „weniger als 2.000“. Wer eines kaufen will, sollte die Zahl deshalb nicht als Argument nehmen.
Der Sieg über den Mustang
Die Camaro-Verkäufe lagen 2010 um 32 Prozent über dem Vorjahr, die des Mustang um 10 Prozent. Wann der Camaro zuletzt vorn lag, nennen die Quellen unterschiedlich: Carsales sagt 1985, GM Authority rechnet mit 31 Jahren und kommt auf 1979.
Ende Oktober 2010 stand es dort 71.521 zu 64.171. Danach hielt sich die fünfte Generation: Bis 2014 verkaufte Chevrolet im Schnitt 84.160 Stück im Jahr, laut The Truth About Cars lag der Camaro in jedem dieser Jahre vor dem Mustang.
Was aus den Filmautos wurde
Am 19. Januar 2019 versteigerte Barrett-Jackson in Scottsdale vier Bumblebee-Camaros als ein Los und ohne Mindestpreis. Der Erlös ging an die Hilfsorganisation Operation Homefront. Alle vier trugen Schrott-Titel und waren nicht für den Straßenverkehr zugelassen; sie haben einen 6,2-Liter-V8 und Automatik, wie Autozeitung festhält. Einen Zuschlagspreis nennen diese Berichte nicht.
Fragen zum Bumblebee-Camaro
Was für ein Camaro ist Bumblebee?
Je nach Film ein Camaro der 1970er, das Konzept von 2006 auf GTO-Basis oder ein Serienauto der fünften und sechsten Generation.
Ist Bumblebee ein Mustang?
Nein. Der Mustang war der Konkurrent: Der Camaro verkaufte sich 2010 in den USA besser.
Kann man Bumblebees Camaro kaufen?
Die Filmautos nicht mehr, sie gingen 2019 in einem Los unter den Hammer. Autos mit dem Transformers-Paket von 2010 laufen dagegen als Gebrauchtwagen: Ein Exemplar mit knapp 5.000 Meilen ging im Januar 2026 bei Hagerty für 28.088 Dollar weg.


