Pontiac Vibe: Toyota-Technik aus Fremont bis zum Pontiac-Aus

Blauer Pontiac Vibe von hinten auf einem Schotterweg zwischen Weinbergen in der Südsteiermark

Als General Motors am 27. April 2009 das Ende von Pontiac ankündigte, lief mit dem Vibe ein Auto vom Band, das einen Toyota-Motor trug, auf der Corolla-Plattform stand und in einem Werk entstand, das GM und Toyota je zur Hälfte gehörte. Im August 2009 lief der letzte Vibe vom Band, das Werk folgte im Frühjahr 2010.

Seine Zahlen erzählen den Absturz: Der Vibe erreichte 2005 in den USA 64.271 Verkäufe, 2009 waren es 33.842, im Kalenderjahr 2010 noch 97.

Fremont: ein Werk, zwei Eigentümer

Gebaut wurde der Vibe von NUMMI in Fremont, Kalifornien, einem Gemeinschaftsunternehmen, das seit 1984 bestand. Neben dem Vibe liefen dort laut Wards der Toyota Corolla und der Tacoma vom Band. Für GM war der Vibe nach dem Chevrolet Prizm, dem Corolla-Zwilling von GM, das zweite Gemeinschaftsprojekt dieser Art.

Nach dem Insolvenzantrag stieg GM aus. Toyota-Vizepräsident Atsushi Niimi sagte im August 2009, die Fortführung wäre wirtschaftlich nicht tragbar. Zum Schluss hatte das Werk etwa 8 Millionen Fahrzeuge gebaut; das letzte war ein roter Corolla.

Für Japan gab es den Vibe auch unter Toyota-Flagge: Toyota verkaufte ihn ab dem 20. August 2002 als Voltz, mit 132 PS, als Z-Version mit 190 PS und mit 125 PS im Allradmodell. Nur die erste Generation ging dorthin.

Zwei Karosserien auf einem Chassis

Unter dem Blech sind Vibe und Matrix dasselbe Auto, der Rest ist Gesicht und Zubehör. Der Vibe trug die Pontiac-Nüstern im Grill, tief sitzende Nebelscheinwerfer und ein zusätzliches Seitenfenster vor der hinteren Säule. Der Matrix hatte nach SlashGears Vergleich glattere Flächen und Rückleuchten, die weiter um die Flanke laufen. Das Cockpit ist in beiden Autos dieselbe Instrumententafel.

Wer den Entwurf zeichnete, beantworten beide Seiten für sich: Toyota habe nach Darstellung des Autopian gesagt, GM habe Konzept und Design geliefert und Toyota die Technik, Chefdesigner John Mack wollte ein Auto, das funktional, sportlich und bezahlbar ist. Beim Matrix führt Auto123 Toyotas kalifornisches Designstudio als Ursprung.

Modelljahr 2003Toyota MatrixPontiac Vibe
Basismodell in Dollar14.67016.485 (SlashGear) oder 16.900 (Edmunds)
Sportversion in Dollar18.750 (XRS)19.900 (GT)
Leistung der Sportversion in hp180180
WerkCambridge, OntarioFremont, Kalifornien

Die Preise stehen bei The Auto Channel (Matrix) und im Autopian (GT), das Basismodell des Vibe nennt außer SlashGear auch Edmunds. Der Vibe war also in beiden Stufen teurer, bot dafür aber mehr Garantie: In Kanada gab Pontiac fünf Jahre oder 160.000 Kilometer auf den Antrieb, Toyota fünf Jahre oder 100.000 Kilometer. Beim Wiederverkauf lag der Matrix laut Guide de l'auto trotzdem vorn.

GT und Allrad: ein Hochdrehzahl-Motor und eine Viskokupplung

Der Vibe GT bekam den 1,8-Liter 2ZZ-GE, den Yamaha mitentwickelt hatte: 180 hp bei 7.600/min, 130 lb-ft (176 Nm), Nockenumschaltung bei 6.000/min, Drehzahlgrenze 8.200/min. Gekoppelt war er an ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Der Allradler arbeitete dagegen mit einer Viskokupplung, die Kraft automatisch nach hinten leitet, und kam nur mit Automatik: Eine manuelle Schaltung gab es für ihn nicht, was der Test von 2003 als Einschränkung vermerkte.

Für das Modelljahr 2007 strich Pontiac beide. Als Grund nannte Autoblog teure Anpassungen an die Abgasnormen. Übrig blieb ein 1,8-Liter mit 126 hp und 122 lb-ft.

Zweite Generation: der GT mit 2,4 Litern

Die zweite Generation brachte die Sportversion zurück, mit dem 2,4-Liter statt des Drehzahlmotors. MotorWeek nennt für den GT 158 hp und 162 lb-ft (220 Nm), für den Basis-1,8-Liter 132 hp und 128 lb-ft. Zur Wahl standen 15.895 Dollar für die Basis, 19.495 für den Allrad und 19.895 für den GT. MotorWeek stellte den GT mit Schaltgetriebe auch neben den Matrix XRS desselben Jahres:

Modelljahr 2009, MotorWeek-TestVibe GTMatrix XRS
Preis in Dollar19.89521.320
Leistung in hp158158
0-60 mph in s8,67,9
Viertelmeile in s (km/h am Ziel)16,6 (86 mph, rund 138)16,2 (93 mph, rund 150)
Bremsweg 60-0 mph in Fuß (m)127 (39)130 (40)
Realverbrauch in mpg (l/100 km)25,1 (9,4)27,3 (8,6)
Laderaum in cu ft (Liter)49,4 (1.399)49 (1.388)

Beide EPA-Werte lauten 21 Meilen pro Gallone in der Stadt und 28 auf der Autobahn. Der Vibe kostete 1.425 Dollar weniger und war 0,7 Sekunden langsamer auf 60 mph; die Matrix-Werte stammen aus dem MotorWeek-Test des Matrix.

Warum der Vibe nicht zu Chevrolet wanderte

Eine Umetikettierung bot sich an, scheiterte aber laut SlashGear an den Mitteln. Chevrolet hatte mit Aveo und Cobalt schon Kompaktwagen, und GM fehlte das Geld, die Produktion zu verlagern. Pontiac galt als unrentabel und verkaufte zuletzt umgelabelte Chevrolet, schreibt GM Authority; die Händlerverträge liefen am 31. Oktober 2010 aus. Bekannt war die Marke für Muscle Cars wie den Pontiac GTO; ein Auto in dieser Tradition war der Vibe nicht.

Der Zwilling lebte länger: Wie der Matrix in Ontario weiterlief, steht im Matrix-Porträt.

Fragen zum Pontiac Vibe

Was ist mit Pontiac passiert?

GM kündigte am 27. April 2009 das Ende an, bis Ende 2010 sollte die Marke verschwinden. Übrig blieben Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC.

Wie viel PS hat ein Pontiac Vibe?

Der 1,8-Liter leistete 126 hp (2007) beziehungsweise 132 hp (2009), der GT zunächst 180 hp, ab 2009 mit dem 2,4-Liter 158 hp (rund 160 PS).

Was kostete ein Pontiac Vibe neu?

2003 lag das Basismodell bei 16.485 bis 16.900 Dollar, der GT bei 19.900 Dollar. Für 2009 nennt MotorWeek 15.895 Dollar für die Basis.