Dodge Charger: Daytona, General Lee und die neue Generation

Vom Charger Daytona baute Dodge 503 Stück, und die Händler wurden die Reste trotz Rabatten monatelang nicht los. Der Basispreis lag 1969 bei 3.993 Dollar. Ein dunkelgrün-metallic lackierter Daytona brachte 2024 in Monterey 3,36 Millionen Dollar.
Charger hieß ein Fastback von 1966, ein Luxuscoupé von 1975, ein Kompaktsportler mit Shelby-Plakette, eine Limousine mit bis zu 797 hp und heißt seit 2024 ein Elektroauto. Wer Leistung oder Preis nennt, muss die Epoche dazusagen. Der Dodge Challenger ist ein eigenes Auto, die Vorgeschichte der Gattung steht in der Geschichte der Muscle Cars.
Fastback, Bullitt und 432 Hemi-Hardtops
Am Neujahrstag 1966 kam der erste Charger: ein Fastback auf Coronet-Basis mit verdeckten Scheinwerfern, vier Einzelsitzen und durchgehender Konsole. Im ersten Jahr entstanden rund 37.300 Stück zu einem Basispreis von 3.146 Dollar; den 426 Hemi bekamen nur etwa 468.
Die Form ab 1968 zeichnete Bill Brownlie. Der R/T erhielt den 440 Magnum serienmäßig, der Hemi blieb Aufpreis. In „Bullitt“ jagte ein schwarzer 68er R/T Steve McQueen neun Minuten lang durch San Francisco. Der Street Hemi leistete 425 bhp bei 5.000/min und 490 lb-ft (rund 664 Nm). Nur 432 Hardtops des Jahrgangs 1969 bekamen ihn, 207 davon mit Viergang-Handschaltung. Eines dieser 207 Autos ging für 170.500 Dollar weg.
Daytona: 503 Autos für ein Reglement
Der Daytona entstand im Sommer 1969: Nasenkonus statt Kühlergrill, hoher Heckflügel, bündige Heckscheibe, Lufthutzen für die Bremsen. Das Serienauto existierte, weil NASCAR Straßenversionen verlangte. Nur 70 bekamen den Hemi, 22 davon mit Viergang-Getriebe. Der Rest fuhr mit dem 7,2-Liter 440 Magnum: auto motor und sport nennt 390 SAE-PS, RM Sotheby's 375 hp.
Am 24. März 1970 fuhr Buddy Baker in Talladega 200,447 mph (rund 323 km/h), die erste Runde über 200 mph auf einem geschlossenen Kurs. Sein Auto war ein gestohlener und wiederaufgebauter Charger 500. Danach begrenzte NASCAR Flügelwagen auf 305 cui Hubraum. Plymouths Schwestermodell Superbird kam 1970 auf 1.935 Stück.
| Kennzahl | Wert (Stück bzw. Dollar) |
|---|---|
| Charger Daytona 1969, gebaut | 503 |
| davon mit 426 Hemi | 70 |
| davon Hemi mit Viergang-Getriebe | 22 |
| Basispreis 1969 | 3.993 Dollar |
| Nachbau auf Charger-500-Basis, RM Sotheby's | 88.000 Dollar |
| Höchster Auktionszuschlag (Monterey 2024) | 3,36 Millionen Dollar |
| Plymouth Superbird 1970, gebaut | 1.935 |
General Lee: 17 Überlebende
Von 1979 bis 1985 sprang in der CBS-Serie „The Dukes of Hazzard“ ein 1969er Charger über Flüsse und Streifenwagen. Sein Lack war Code 70 Flame Red, ursprünglich eine Corvette-Farbe, auf dem Bildschirm eher orange. Wie viele Autos entstanden, bleibt offen: Muscle Cars Illustrated nennt 256 bis 321, Street Muscle 256 bis 351. Bei den Überlebenden sind sich beide einig: 17. Der Rekordsprung war 16 Fuß hoch und 82 Fuß weit (rund 4,9 mal 25 Meter), danach war das Auto Schrott.
Cordoba im Dodge-Kleid, dann Kompaktsportler
1975 war der Charger SE ein Chrysler Cordoba mit Dodge-Emblem, nur Grill, Rückleuchten und Interieur wichen ab. Er kostete 4.903 Dollar, der Cordoba 5.072. Verkauft wurden rund 30.000 Charger gegen 150.000 Cordoba im ersten Jahr; Chrysler hatte 1974 einen Verlust von 52 Millionen Dollar eingefahren.
Ab 1983 trug ein Fronttriebler den Namen, der Dodge Shelby Charger. Er startete mit 107 hp aus 2,2 Litern, bekam 1985 einen Turbo mit 146 hp, und 1987 schob Carroll Shelby 1.000 schwarze GLHS mit 175 hp nach. Insgesamt wurden über 32.000 Stück verkauft. Das Motto lautete „powered by Dodge, unleashed by Shelby“.
Viertürer mit Hemi, Hellcat und Redeye
Seit 2006 war der Charger eine Limousine. Der SRT8 hatte einen 6,1-Liter-Hemi mit 425 hp und 420 lb-ft, wog 4.160 lb (rund 1.887 kg) und sprintete in 5,0 Sekunden auf 60 mph. Der Basispreis betrug 38.095 Dollar, darin 2.100 Dollar Gas-Guzzler-Steuer. Der Charger SRT Hellcat kam auf 717 PS. Der 2021er Redeye brachte 797 hp (rund 808 PS), 10,6 Sekunden über die Viertelmeile und kostete ab etwa 71.000 Dollar.
Im Dezember 2023 lief die Produktion im Werk Brampton in Ontario aus. Dodge verabschiedete sich mit sieben Last-Call-Sondermodellen, der Challenger endete am selben Ort im selben Monat.
Sixpack und Daytona: der Charger von 2026
Die neue Generation kommt als Coupé und als Limousine, serienmäßig mit Allradantrieb. Beim Benziner lässt sich die Vorderachse per Knopfdruck abkoppeln, der Scat Pack misst 5,25 Meter und steht auf der STLA-Large-Plattform. In den USA kostet der Reihensechszylinder 51.990 Dollar (R/T) und 56.990 Dollar (Scat Pack), jeweils mit 1.995 Dollar Zielgebühr. Der Scat Pack leistet 550 hp bei 531 lb-ft, wiegt 4.816 lb (rund 2.184 kg) und läuft 177 mph (rund 285 km/h).
| Charger 2026 | Antrieb | Leistung (PS) | 0-60 mph (s) |
|---|---|---|---|
| Sixpack R/T | 3,0-Liter-Reihensechszylinder, Twin-Turbo | 420 | 4,6 |
| Sixpack Scat Pack | 3,0-Liter-Reihensechszylinder, Twin-Turbo | 550 | 3,9 |
| Daytona R/T | elektrisch, Allrad | 536 (400 kW) | 4,2 |
| Daytona Scat Pack | elektrisch, Allrad | 670 (500 kW) | 3,3 |
Der Daytona hat einen 100,5-kWh-Akku und lädt mit bis zu 350 kW, 20 bis 80 Prozent in rund 27 Minuten. Bestellungen für Europa laufen seit dem 10. Juni 2026 über den Importeur KWA, Auslieferung ab September. Den Einstiegspreis nennt auto motor und sport mit 65.093 Euro inklusive 19 Prozent deutscher Mehrwertsteuer, automobile.at mit 66.000 Euro. In Österreich verschieben Umsatzsteuer und NoVA den Betrag.
Gebraucht in Österreich
Auf AutoScout24.at standen Anfang Oktober 2026 rund zwölf Charger, ab 19.000 Euro. Ein SRT Hellcat von 2018 kostete 74.900 Euro, ein SRT 392 von 2018 69.990 Euro, ein SRT 8 von 2008 39.890 Euro. Ein Daytona Scat Pack von 2024 stand bei 103.788 Euro. Die Benziner liegen dort meist zwischen 10,5 und 15,5 Litern auf 100 km. Wie ein US-Import abläuft, zeigt der Ratgeber zum Mustang-Import.
Fragen zum Dodge Charger
Wie viel PS hat ein Dodge Charger?
Das hängt von der Epoche: 425 hp der Hemi von 1969, 717 PS der Hellcat, 420 und 550 PS der Sixpack von 2026, 536 und 670 PS der elektrische Daytona.
Wie viel kostet ein Dodge Charger?
Neu in Deutschland ab 65.093 Euro, gebraucht in Österreich ab 19.000 Euro. Ein 1969er Hemi-Hardtop mit Viergang erzielte 170.500 Dollar.
Ist der Dodge Charger in Österreich erhältlich?
Gebrauchte stehen auf AutoScout24.at. Neue nimmt der Importeur KWA für Europa seit Juni 2026 auf Bestellung an.
Challenger oder Charger?
Der Challenger lief im Dezember 2023 aus, der Charger wird in neuer Generation als Coupé und Limousine verkauft.


