Nissan Skyline: GT-R mit 280 PS, 25-Jahre-Regel und Import

In den Papieren des Skyline GT-R von 1989 steht dieselbe Zahl wie bei dem von 1999: 280 PS. Mit der Technik hat sie wenig zu tun. Sie geht auf eine Absprache japanischer Hersteller zurück, und die Autos leisteten messbar mehr.
Dazu kommt ein Namensproblem. „Skyline“ heißt seit 1957 eine ganze Reihe, der GT-R war nur eine Ausbaustufe davon, und der heutige Nissan GT-R mit dem Kürzel R35 trägt den Namen gar nicht mehr. Bevor es um Preise und Import geht, lohnt die Frage, welchen Skyline man meint.
Vom 60-PS-Prince zum Rennwagen
Den ersten Skyline zeigte die Prince Motor Company im April 1957: 1,5-Liter-Vierzylinder, 60 PS bei 4.400/min, 125 km/h und damit das schnellste im Inland gebaute Auto. Hinten saß eine De-Dion-Achse, ein Bauteil, das sonst Sportwagen trugen. 1966 übernahm Nissan Prince, der Name blieb.
Das Kürzel GT-R erschien 1969 auf einer Limousine mit dem S20, laut Nissan dem ersten Vierventil-DOHC-Motor in einem Serienauto der Welt. Das kürzere Hardtop KPGC10 folgte 1970: 1.989 cm³, 160 PS bei 7.000/min, 1.100 kg, Radstand um 70 mm gekürzt. Bis Oktober 1972 gewann es 52 Rennen, dann beendete Nissan den Werkseinsatz. Nach dem GT-R von 1973 blieb der Name 16 Jahre lang ungenutzt, bis im Mai 1989 der R32 kam.
Die Absprache hinter den 280 PS
Japanische Hersteller verpflichteten sich, bei Autos für den Heimatmarkt höchstens 276 hp anzugeben, das sind 280 PS. CarBuzz datiert die Vereinbarung auf 1988, Car Throttle auf 1989 und nennt den Herstellerverband JAMA. Ein Gesetz war es nie. Für den R32 hält RM Sotheby's fest, dass unveränderte Autos „im Bereich von 300 PS“ liegen; Car Throttle spricht bei den Skyline GT-R von 300 bis 350 bhp. Auch der Toyota Supra A80 hing in Japan an dieser Grenze.
Gebrochen hat sie laut CarBuzz am 7. Oktober 2004 ausgerechnet keine Sportwagen-Marke: Honda kündigte den Legend mit 300 PS an. Der R35 deklarierte 2007 dann 473 bhp, umgerechnet rund 480 PS. Ausgenommen waren Sonderserien wie der Nismo 400R mit 400 PS.
Hakosuka bis R34 nebeneinander
| Modell | Start | Motor | Werksleistung (PS) | Leergewicht (kg) | Dazu |
|---|---|---|---|---|---|
| KPGC10 („Hakosuka“) | 1970 | S20, 1.989 cm³ | 160 | 1.100 | 52 Rennsiege bis Oktober 1972 |
| R32 | Mai 1989 | RB26DETT, 2,6 l | 280 (353 Nm) | 1.430 | 29 Siege in vier Saisons der japanischen Tourenwagen-Meisterschaft |
| R33 | 1995 | RB26DETT, 2,6 l | 280 | 1.540 | V-Spec auf dem Nürburgring in 7:59,887 |
| R34 | Januar 1999 | RB26DETT, 2,6 l | 280 | 1.500 bis 1.560 | Bauzeit bis 2002; M-Spec Nür nur 285 Stück |
Die Leistung auf dem Papier blieb, das Auto wuchs um über 100 Kilogramm. Beim R34 nennt Autobild neben den 280 PS eine tatsächliche Leistung nahe 330 PS. Der Nismo 400R auf R33-Basis sollte nach RM Sotheby's in 100 Stück entstehen, gebaut wurden 44, bestätigt sind nur 40 Fahrgestelle.
Skyline ohne GT-R, und der R35
Die meisten Skyline trugen kein GT-R-Emblem. Der 25GT Turbo vom Mai 1998 war ein R34 mit 2,5-Liter-Reihensechszylinder (RB25DET), ebenfalls 206 kW (280 PS) und 1.450 kg. Wer ein Inserat „Skyline R34“ liest, sollte deshalb nach dem Kürzel GT-R in der Fahrgestellnummer fragen.
Seit 2013 heißt dieselbe Limousine in Japan Skyline und anderswo Infiniti Q50. Zuletzt gab es den 400R mit V6-Biturbo (298 kW, umgerechnet 405 PS), als Abschied eine Serie von 400 Stück. Der Nachfolger soll laut Carscoops im Dezember 2026 debütieren.
Der R35 GT-R lief von 2007 bis August 2025 und kam auf rund 48.000 Stück; Nissan Österreich nennt zuletzt 570 PS, Nismo 600 PS. Mit dem Skyline teilt er nur den Stammbaum.
Was ein Skyline GT-R heute kostet
| Zeitpunkt | Auto | Zuschlag |
|---|---|---|
| Arizona 2017 | R32, 1989, 23.360 km | 60.500 Dollar |
| Juli 2021 | R34 V-Spec II Nür, 10 km | 400.000 Pfund (549.000 Dollar) |
| Mai 2023 | R34, Filmwagen von Paul Walker | 1.357.000 Dollar |
| August 2025 | R33 Nismo 400R, 7.093 km | 995.000 Dollar |
| Januar 2026 | R34 M-Spec Nür, 37.000 Meilen, Umbaumotor | 442.000 Dollar |
| 3. Mai 2026 | R32, 1993, 40.000 km | 151.200 Dollar |
Das Auktionshaus Bingo hatte den R34 mit 10 Kilometern 2018 für 316.500 Dollar verkauft; 2021 brachte derselbe Wagen 549.000, rechnerisch 73 Prozent mehr. Der Walker-Wagen übertraf den bisherigen Rekord von 577.500 Dollar (2022) um mehr als das Doppelte. Der R32 kostet 2026 etwa das Zweieinhalbfache des Zuschlags von 2017, nur sind es zwei verschiedene Autos.
Seit 2024 in den USA, in Österreich per Einzelgenehmigung
Auch der Walker-Wagen war ein Importfall: Der US-Zoll beschlagnahmte ihn laut Jalopnik bei den Dreharbeiten zu „Fast Five“, 2012 ging er nach Deutschland. Die US-Vorschrift 49 CFR 591.5(i) befreit Fahrzeuge von den Sicherheitsstandards, wenn sie mindestens 25 Jahre alt sind. Gerechnet wird laut NHTSA ab dem Herstellungsdatum; die Abgasvorschriften der EPA sind eine eigene Frage. Für den Skyline heißt das: Alle R32 (bis 1994) sind seit Ende 2019 frei, alle R33 (bis 1998) seit Ende 2023. Der R34 GT-R, ab Januar 1999 gebaut, wurde ab Januar 2024 importierbar; am 1. Oktober 2026 zählen Autos mit Baudatum bis Oktober 2001, die letzten Jahrgänge 2002 folgen 2027.
Eine Altersgrenze wie in den USA nennt die österreichische Behörde nicht. Ein Skyline aus Japan hat keine EU-Typgenehmigung und braucht nach den §§ 28 bis 34 KFG eine Einzelgenehmigung; sie erteilt der Landeshauptmann, abgewickelt über die Technische Prüfstelle des Landes, Kosten laut Stand Jänner 2026 rund 150 Euro.
Dazu kommen die Abgaben: Das Finanzministerium nennt 10 Prozent Zoll auf Kaufpreis plus Lieferkosten und 20 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf den Wert samt Zoll. Bei 100.000 Euro Kaufpreis und Fracht wären das 10.000 Euro Zoll und 22.000 Euro Einfuhrumsatzsteuer. Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen baut den Autozoll für Japan über sieben Jahre ab; ob für ein konkretes Auto Zollfreiheit gilt, klärt die Zollstelle. Die NoVA ist unabhängig davon vor der Zulassung fällig. Für 2026 gilt (CO₂ minus 91) geteilt durch 5 als Prozentsatz, höchstens 80 Prozent, dazu 80 Euro je Gramm über 155 g/km.
Ein R32 ist älter als 30 Jahre. Als historisches Fahrzeug anmelden lässt er sich laut ÖAMTC nur im Zustand 1 bis 3, mit höchstens 120 Fahrtagen im Jahr. Wie ein Import vom Transport bis zur Zahlung abläuft, steht im Mustang-Importratgeber, die Prüfpunkte am Auto in der Checkliste für gebrauchte Sportwagen.
Fragen zum Nissan Skyline
Wie viel PS hat der Skyline GT-R R34?
Laut Werk 280 PS, wie schon R32 und R33. Autobild nennt für den R34 tatsächlich etwa 330 PS.
Ist der Nissan GT-R ein Skyline?
Nur bis R34 (2002). Der R35 von 2007 bis 2025 war ein eigenes Modell; der Skyline lief als Limousine weiter.
Kann man einen Skyline in Österreich zulassen?
Ja, mit Einzelgenehmigung, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und NoVA. Ein Alter, das davon befreit, kennt die österreichische Behörde nicht.
Was kostet ein Skyline GT-R?
Ein R32 brachte im Mai 2026 151.200 Dollar, ein R34 M-Spec Nür im Januar 2026 442.000 Dollar.


