Wunschkennzeichen in Österreich: Kosten, Regeln, Oldtimer-Tafeln

Leere Kennzeichentafel mit rot-weiß-roten Streifen lehnt an der Chromstoßstange eines grünen britischen Roadsters aus den 1960er-Jahren

Wer seinen Camaro mit „Z28“ beschildern will, hat in Österreich ein Problem, und es liegt nicht an der Länge. Die Ziffernfolge „28“ steht seit 24. Dezember 2024 auf der Liste der Codes, die bei Wunschkennzeichen jedenfalls als anstößig gelten. Dass schon das Vorkommen eines solchen Codes reicht, hat der Verwaltungsgerichtshof im selben Monat am Beispiel „K14“ entschieden.

Abseits davon ist das Wunschkennzeichen eine überschaubare Rechnung: 235 Euro für 15 Jahre, dazu die Tafeln.

Was das Wunschkennzeichen kostet

PostenBetrag (Euro)Grundlage
Abgabe an den Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds200§ 48a Abs. 3 KFG
Kostenbeitrag für die Verwaltung14§ 48a Abs. 4 KFG
Antragskosten21oesterreich.gv.at
Bewilligung zusammen235
Kennzeichentafeln Pkw / Motorrad23 / 13BH Wels-Land
Begutachtungsplakette bei einem Kennzeichenwechsel2,30oesterreich.gv.at
Verlängerung nach 15 Jahren (200 + 14)214§ 48a Abs. 8a KFG

Die Beträge stehen in § 48a KFG und auf der Seite des Verkehrsministeriums auf oesterreich.gv.at (zuletzt aktualisiert am 9. März 2026). Die Tafeln kosten laut Bezirkshauptmannschaft Wels-Land gleich viel wie normale; eine Pkw-Garnitur liegt nach der Tarifliste derselben Behörde bei 23 Euro, ein Motorradkennzeichen bei 13 Euro.

Der echte Aufpreis gegenüber einem Standardkennzeichen sind also die 235 Euro. Auf 15 Jahre verteilt ergibt das 235 : 15 = 15,67 Euro im Jahr. Wer einmal verlängert, zahlt für 30 Jahre 235 + 214 = 449 Euro, das sind 14,97 Euro im Jahr. Weil auf der Begutachtungsplakette das Kennzeichen steht, braucht das Auto bei einem Wechsel eine neue für 2,30 Euro; wann das Pickerl selbst fällig ist, steht unter Pickerl neu. Wer die Zulassungsbescheinigung dabei im Scheckkartenformat will, zahlt laut oesterreich.gv.at 31,10 Euro dafür.

Zwei Fristen kosten Geld, wenn man sie übersieht. Die 200 Euro sind binnen vier Wochen ab Bekanntgabe der Reservierung zu zahlen, sonst gilt der Antrag als zurückgezogen. Und eine Reservierung, die fünf Jahre lang nicht genutzt wird, erlischt, ohne dass die Abgabe zurückgezahlt wird. Lehnt die Behörde den Antrag dagegen ab oder ziehen Sie ihn zurück, kommen die 200 Euro zurück.

Welche Kombinationen § 26 KDV zulässt

Frei wählbar ist nur der Teil rechts vom Landeswappen. Die Behördenbezeichnung davor hat in Landeshauptstädten einen Buchstaben, sonst zwei, und richtet sich nach dem Hauptwohnsitz. Für den Rest gilt § 26 Abs. 6 KDV:

  • drei bis fünf Zeichen, in den Landeshauptstädten und in Wien drei bis sechs; bei Mopeds drei bis vier, in Landeshauptstädten und Wien bis fünf,
  • mindestens ein Buchstabe und eine Ziffer, vorn ein Buchstabe, hinten eine Ziffer,
  • Buchstaben und Ziffern je in einem geschlossenen Block, nie abwechselnd,
  • nur Großbuchstaben, kein Q, Ä, Ö oder Ü,
  • keine Null am Anfang des Ziffernblocks.

Für Modellnamen heißt das: „GTO1“, „RS6“, „V12“ und „GT500“ passen in jedem Bezirk. „M3“ ist mit zwei Zeichen zu kurz, „911“ fehlt der Buchstabe vorn, „GT03“ beginnt den Ziffernblock mit einer Null, und „Q7“ scheitert gleich zweimal. „P911“ geht, nur nicht überall.

Kurze Kombinationen haben einen Nebeneffekt, der bei Autos mit wenig Platz für die vordere Tafel hilft. Bei Wunschkennzeichen mit bis zu drei Zeichen, in Landeshauptstädten und Wien bis zu vier, darf die vordere Tafel auf Antrag im Format 460 mal 120 Millimeter ausgegeben werden (§ 25d Abs. 6 KDV), statt im üblichen Format 520 mal 120. „RS6“ bekommt die kürzere Tafel überall, „GTO1“ nur in einer Landeshauptstadt oder in Wien.

Sperrliste: wenn Modellkürzel und Baujahre hängen bleiben

Seit 24. Dezember 2024 zählt § 26 Abs. 8 KDV auf, was jedenfalls als anstößig gilt: Kürzel nationalsozialistischer Organisationen, Codes der rechtsextremen Szene, „IS“ und „ISIS“, Kürzel des türkischen Rechtsextremismus, Abkürzungen mit Bezug zu israelbezogenem Antisemitismus und Terrorgruppen sowie Verbindungen, die erst mit der Behördenbezeichnung entstehen. Einige davon treffen genau das, was Autofans gern aufs Schild schreiben würden.

Wunschgelisteter Code
„Z28“ für den Camaro Z/28„28“
„SS“ mit Ziffern für Chevrolet Super Sport„SS“
„AH“ mit Ziffern, die Initialen von Austin-Healey„AH“
Baujahr 1933 oder 1938 als Ziffernblock„1933“, „1938“
„88“, „18“, „14“, „74“ oder „84“ als GlückszahlCodes der rechtsextremen Szene
„P911“ in Wien (Behördenbezeichnung W)„W-P“
Wunschteil mit Z bei der Behördenbezeichnung K„K-Z“

Wie streng die Linie ist, zeigt ein Fall aus Kärnten. Eine Halterin führte die Kennzeichen „K-K13“, „K-K20“, „K-K24“, „K-K31“ und „K-K37“ und wollte ihr erloschenes „K-K14“ wieder zugewiesen bekommen. Das Landesverwaltungsgericht Kärnten gab ihr recht, die „14“ als Code zu lesen sei weit hergeholt. Der Verwaltungsgerichtshof änderte das am 17. Dezember 2024 (Ro 2023/11/0016): Auf die Motivation des Antragstellers komme es nicht an, nur auf die Kombination.

Für Altbestände gilt § 69 Abs. 43 KDV: Wer vor dem 24. Dezember 2024 eine Kombination bekommen hat, die heute auf der Liste steht, darf sie bis zum Ende der 15 Jahre führen, aber nicht verlängern. Die Grünen wollen solche Tafeln schneller einziehen lassen; ihr Entschließungsantrag 752/A(E) wurde im Verkehrsausschuss am 19. März 2026 vertagt. Das Risiko beim Antrag selbst ist klein, weil die Abgabe bei einer Ablehnung zurückkommt. Was beim Camaro hinter Z/28 und SS steckt, steht im Porträt des Camaro SS.

Oldtimer: kurze Tafel, Reservierung und Saison

Historische Fahrzeuge tragen nach § 25d Abs. 5 KDV die einzeilige Tafel nach Muster IX oder die zweizeilige nach Muster VII; wer lieber die normale Form will, kann sie beantragen. Ihr Standardkennzeichen auf der einzeiligen Tafel hat drei Zeichen, in Landeshauptstädten und Wien drei oder vier. Ob ein Modell als historisch gilt, entscheidet unter anderem die approbierte Liste, die das Kuratorium Historische Mobilität Österreich durchsuchbar macht.

Bei Restaurierungsprojekten lohnt ein Blick auf den Kalender. Die 15 Jahre laufen nach § 48a Abs. 8 KFG ab der Bekanntgabe der Reservierung, nicht ab der ersten Fahrt. Wer im Oktober 2026 reserviert und den Wagen nach drei Jahren Restaurierung im Oktober 2029 zulässt, darf das Kennzeichen bis Oktober 2041 führen, also zwölf Jahre. Den Verlängerungsantrag nimmt die Zulassungsstelle frühestens sechs Monate vor Ablauf an, in diesem Beispiel ab April 2041. Länger als fünf Jahre darf die Reservierung ohnehin nicht ungenutzt bleiben.

Saisonbetrieb verträgt sich mit dem Wunschkennzeichen. Eine Abmeldung innerhalb der 15 Jahre lässt das Recht unberührt, und die abgegebenen Tafeln bewahrt die Zulassungsstelle auf Antrag sechs Monate für die nächste Zulassung auf. Hinterlegung und Wechselkennzeichen als Alternativen zur Abmeldung behandelt der Ratgeber zur Versicherung von Sportwagen.

Antrag: Behörde, Zulassungsstelle, Fristen

  1. Kombination prüfen. Form nach § 26 Abs. 6 KDV, Sperrliste nach Abs. 8, und die Kombination darf weder vergeben noch für Fahrzeuge mit besonderer Verwendungsbestimmung vorbehalten sein (§ 48a Abs. 2 KFG).
  2. Antrag bei der Zulassungsbehörde des Hauptwohnsitzes. Das ist je nach Ort die Bezirkshauptmannschaft, der Magistrat oder die Landespolizeidirektion, in Wien das Verkehrsamt. Mitzubringen sind gegebenenfalls eine Meldebestätigung, bei Firmen ein Firmenbuchauszug, bei Vertretung eine Vollmacht.
  3. 235 Euro zahlen. Die 200 Euro Abgabe binnen vier Wochen ab Bekanntgabe der Reservierung.
  4. Tafeln bei einer Zulassungsstelle bestellen. Mit der Bestätigung der Behörde; die Bestellung dauert laut oesterreich.gv.at etwa vier Werktage, abgeholt wird bei derselben Stelle.
  5. Nach 15 Jahren verlängern. Frühestens sechs Monate vor Ablauf bei einer Zulassungsstelle, 214 Euro. Wer die Frist verstreichen lässt, darf die Tafeln nicht weiter führen und bekommt ein Standardkennzeichen (§ 48a Abs. 8b KFG).

Zwei Grenzen setzt § 48a Abs. 7 KFG. Das Wunschkennzeichen ist höchstpersönlich, Antragsteller und Zulassungsbesitzer müssen dieselbe Person sein, verschenken oder mitverkaufen lässt es sich nicht. Und es gilt nur im Bereich der Behörde: Wer von Graz in einen Nachbarbezirk zieht und das Auto dort zulässt, verliert es. Verzichten können Sie jederzeit, dann fallen nur die 23 Euro für die neuen Standardtafeln an. Den Weg eines Importautos bis zur ersten Zulassung beschreibt der Ratgeber zum Mustang-Import aus den USA.

Fragen zum Wunschkennzeichen

Wie viel kostet ein Wunschkennzeichen in Österreich?

235 Euro für die Bewilligung, dazu 23 Euro für eine Pkw-Garnitur. Die Verlängerung nach 15 Jahren kostet 214 Euro.

Wie viele Zeichen darf ein Wunschkennzeichen haben?

Drei bis fünf, in den Landeshauptstädten und in Wien bis sechs. Vorn steht ein Buchstabe, hinten eine Ziffer.

Kann ich das Wunschkennzeichen auf ein anderes Auto mitnehmen?

Ja, solange Sie Zulassungsbesitzer bleiben und im Bereich derselben Behörde zulassen. Eine Abmeldung beendet das Recht nicht, übertragen auf eine andere Person lässt es sich nicht.