Plymouth Superbird: 1.935 gebaut, Hemi-Streit und Preissturz

Damit NASCAR den Plymouth Superbird zuließ, musste die Marke 1970 für jeden zweiten Händler im Land ein Straßenauto bauen: rund 1.920 Coupés mit Nasenkonus und Heckflügel. Ob die Kunden es wollten, ist umstritten; heute liegen die Preise je nach Motor zwischen 165.000 und 803.000 Dollar (Spanne der zwölf Monate bis Dezember 2025).
Schon die Stückzahl hat zwei Fassungen: 1.920 oder 1.935. Beim Hemi stehen 93 gegen 135 Autos.
Ein Rennwagen, um einen Fahrer zurückzuholen
Richard Petty fuhr jahrelang Plymouth und wechselte 1969 zu Ford, weil Chrysler keine Plymouth-Version des Charger Daytona baute. Der Superbird sollte ihn zurückholen. NASCAR hatte die Hürde für Homologationsmodelle von 500 Autos auf ein Auto je zwei Händler angehoben, für Plymouth hieß das knapp 2.000 statt 500. Den Dodge-Bruder behandelt das Porträt zum Dodge Charger.
Der Plan ging auf. Den ersten Sieg des Superbird holte Pete Hamilton im Petty-Team: das Daytona 500 1970, dazu beide Rennen in Talladega. Petty selbst holte 1970 18 Siege, acht davon laut RM Sotheby's im Superbird.
Nase und Flügel: gleiche Idee wie der Daytona, anderes Blech
Die Plymouth-Stylisten änderten das Paket des Dodge: Nase und Flügelstützen sind anders, die beiden Autos teilen kein Blech. Die Stahlnase des Superbird ist länger als beim Daytona, aber auch höher; gegenüber einem normalen Road Runner wächst das Auto um 19 Zoll (rund 48 cm).
Über die Höhe des Flügels gehen die Erklärungen auseinander. Konstrukteur John Pointer sagte, der Flügel stehe so hoch, um ihn in saubere Luft zu bringen; der Kofferraum habe ihn nicht interessiert. Die Version, der Deckel müsse sich öffnen lassen, hält sich trotzdem: Street Muscle schreibt sie als Tatsache.
Drei Motoren, zwei Zählweisen
Serie war der 440 mit Vierfachvergaser, optional gab es den 440 Six Barrel mit drei Zweifachvergasern und den 426 Hemi. Die Leistung stammt aus dem Profil von Sports Car Market (brutto nach SAE; die PS-Werte sind umgerechnet). Die Stückzahlen führt Aero Warriors in zwei Reihen: die Seriennummernliste des NASCAR-Rennprogramms und die „offizielle“ Zahl der Chrysler Historical Society.
| Motor | Leistung in hp (PS) | Stück, Chrysler-Zahl | Stück, NASCAR-Liste | Medianpreis 2017 in Dollar |
|---|---|---|---|---|
| 440 Super Commando, Vierfach | 375 (380) | 1.084 | 1.162 | 152.600 |
| 440 Super Commando Six Barrel | 390 (395) | 716 | 665 | 170.500 |
| 426 Hemi | 425 (431) | 135 | 93 | 330.000 |
| Summe | 1.935 | 1.920 |
Die Chrysler-Reihe ist in sich stimmig: Beim Hemi verteilen sich 135 Autos auf 77 Automatik und 58 Viergang, beim Six Barrel 716 auf 408 und 308. Die NASCAR-Liste ist eine andere Zählung (1.162 + 665 + 93 = 1.920), und Aero Warriors vermerkt dazu „einige bemerkenswerte Fehler“. Wer „93 Hemi“ liest, etwa bei supercars.net, zitiert diese Liste. Nur 58 der Hemi hatten ein Schaltgetriebe.
Unverkäuflich oder nur schwer verkäuflich?
Der Listenpreis lag am 23. September 1969 bei 4.298 Dollar. Zu extrem war die Optik, sagt die gängige Erzählung: Autos standen bis 1972 beim Händler, einige wurden zum Road Runner zurückgebaut, Street Muscle nennt die Flügel „ugly“ und einen Preis um 4.000 Dollar.
Der Präsident des Superbird-Clubs sieht das anders. Geschichten von abmontierten Nasen und Flügeln und riesigen Beständen seien meist Seemannsgarn, das mit jedem Erzähler wachse. Beide Seiten bleiben unbelegt, und auch die Zahl der erhaltenen Autos schwankt: der Club schätzt über 1.300 von 1.935, Motorious knapp über 1.000.
Schluss nach einem Modelljahr
Für 1971 beschränkte NASCAR Flügelautos auf fünf Liter oder 305 cui, rund zwei Liter weniger als der Hemi. Danach war der Superbird als Rennwagen erledigt, gebaut wurde er nur im Modelljahr 1970.
Vom Hemi für 145.800 Dollar zum Hemi für 418.000
Der Markt für den Superbird schwingt stark. Im Januar 2003 brachte ein Hemi mit gut 9.600 Meilen bei Barrett-Jackson in Scottsdale 145.800 Dollar (inklusive Aufgeld); das Magazin schätzte damals Hemi-Autos auf 75.000 bis 90.000 Dollar, normale 440er auf 36.000 bis 55.000. Mai 2012 kostete ein Hemi mit Automatik bei Mecum 177.550 Dollar, nachdem solche Autos „vor ein paar Jahren“ bis 420.000 erzielt hatten.
| Zeitpunkt | Wagen | Zuschlag in Dollar |
|---|---|---|
| Januar 2003 | Hemi, 9.600 Meilen, Barrett-Jackson | 145.800 |
| 2007 | Hemi (Auktion nicht genannt) | 529.200 |
| Mai 2012 | Hemi mit Automatik, Mecum | 177.550 |
| 2017 | 440 mit 375 hp, RM Sotheby's Arizona | 110.000 |
| 2021 | 440 Six Barrel, 5.450 Meilen, original, Mecum | 401.500 |
| Juli 2022 | Hemi, restauriert, Barrett-Jackson | 1.650.000 |
| Mai 2025 | derselbe Hemi, 33.085 Meilen, Mecum, ohne Limit | 418.000 |
Die 1,65 Millionen von 2022 lagen laut Hagerty weit über dem bisherigen Rekord von 990.000 Dollar, und der Käufer überbot sich, wie The Drive vermutet, bewusst. Ein anderer Superbird mit unter 21.000 Meilen ging 2025 auf derselben Auktion für 550.000 Dollar weg. Der Sammlerautomarkt insgesamt liegt Ende 2025 ein Viertel unter dem Stand von Ende 2022. Richard Pettys eigener 440er, 2013 verkauft, blieb im Dezember 2025 bei einem Höchstgebot von 385.000 Dollar unverkauft.
Echt oder umgebaut
Die Identität steckt in der Nummer. Die VIN beginnt mit RM23, danach folgen der Motorcode (U, V oder R), die 0 für 1970 und das A für das Werk Lynch Road; die laufenden Nummern reichen von 149789 bis 181274. Dazu gehört der Fender Tag am Innenkotflügel der Fahrerseite mit einer J-Nummer ab J97000, die mit der Nummer am Armaturenbrett zusammenpassen muss. Teure Autos tragen oft ein Zertifikat, etwa von Zenith, wie beim Wagen mit 5.450 Meilen, der im Januar 2026 in Kissimmee angeboten wurde. Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Oldtimer-Regeln für den Import zeigt der Ratgeber zu den Muscle-Car-Preisen.
Fragen zum Plymouth Superbird
Wie viel kostet ein Plymouth Superbird?
Neu 4.298 Dollar. Zuletzt zahlten Käufer für einen 440er 165.000 bis 286.000 Dollar, für einen Hemi 396.000 bis 803.000 Dollar.
Wie schnell ist der Plymouth Superbird?
Für die Serienversion nennen Quellen 137 mph (rund 220 km/h) bis 150 mph (rund 241 km/h).
Wie viele Plymouth Superbird wurden gebaut?
1.935 nach Chrysler, davon 135 mit Hemi; die NASCAR-Liste zählt 1.920. 58 der Hemi hatten ein Schaltgetriebe.
Gibt es Plymouth noch?
Nein. DaimlerChrysler kündigte das Ende am 3. November 1999 an, der letzte Plymouth, ein Neon, lief am 28. Juni 2001 vom Band.


