Saleen S7: Technik, Stückzahlen und Preise

Steve Saleen rechnete im Frühjahr 2004 mit 300 bis 400 Autos. Gebaut wurden, Rennversionen eingerechnet, rund 78. Der S7 blieb ein Handarbeitsprodukt aus Irvine in Kalifornien und war das erste komplett eigene Auto einer Firma, die bis dahin vor allem Mustang veredelt hatte.
Zwei Versionen tragen den Namen: der Saugmotor mit 550 hp und der Twin Turbo mit 750 hp. Wer Leistung, Tempo oder Preis nennt, muss dazusagen, welche er meint.
Vom Prototyp in Monterey zum Serienwagen
Gezeigt wurde der S7 erstmals im August 2000 bei den Monterey Historic Races. Den Wagen entwickelten Steve Saleen, der Motorkonstrukteur Billy Tally und der Designer Phil Frank; einen großen Teil der Ingenieursarbeit vergaben sie an externe Firmen, vor allem an Ray Mallock Ltd in Großbritannien. Saleen nannte als Ziel einen Long-Tail-McLaren-F1 aus Amerika.
Pro Auto rechnete die Firma mit sechs Wochen Bauzeit. Der Listenpreis lag in den USA bei 375.000 Dollar. In Deutschland nannte Autobild im April 2004 366.000 Euro zuzüglich Steuern, frühe Kunden hatten 344.000 Euro bezahlt.
Technik: Windsor-Block, Karbon, kein ABS
Hinter den Sitzen arbeitet ein Aluminium-V8 mit 7,0 Litern Hubraum (427 cui), abgeleitet vom Ford 351 Windsor. Die Saugversion leistet 550 hp (umgerechnet 558 PS) und liefert 712 Nm, die Kraft geht über ein Sechsgang-Schaltgetriebe an die Hinterräder. Der Rahmen besteht aus Gitterrohren aus 4130-Stahl, die Karosserie aus Karbon. Das Leergewicht beträgt rund 1.250 Kilogramm.
Autobild hielt 2004 fest, dass der S7 mit Brembo-Bremsen ohne Servo kam, ohne ABS und ohne Airbags. Ab 2005 gab es den Twin Turbo: zwei Garrett-Lader, 750 hp bei 6.300/min und 700 lb-ft (rund 949 Nm).
| Merkmal | S7 (Saugmotor) | S7 Twin Turbo |
|---|---|---|
| Leistung | 550 hp (558 PS) | 750 hp (760 PS) |
| Drehmoment | 712 Nm | rund 949 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit laut Werk | 220 mph (354 km/h) | 248 mph (399 km/h) |
| Neupreis | 375.000 Dollar | 555.000 Dollar (2005) |
| Stückzahl | zusammen mit dem Twin Turbo und den Rennwagen rund 78 | etwa 20 (2005 bis 2009) |
Werksangabe gegen Messung
Für den Twin Turbo versprach Saleen 2,8 Sekunden von 0 auf 60 mph. Keiner von sieben dokumentierten Tests erreichte diesen Wert. Die Messungen aus den Jahren 2002 bis 2007, auf 0-60specs.com zusammengetragen, liegen zwischen 3,3 und 4,2 Sekunden:
| Modelljahr | Version | 0-60 mph | Viertelmeile | Test |
|---|---|---|---|---|
| 2002 | Saugmotor | 3,9 s | 11,8 s | Car and Driver |
| 2003 | Saugmotor | 3,3 s | 11,6 s | Car and Driver |
| 2003 | Saugmotor | 3,6 s | 11,36 s | Motor Trend |
| 2005 | Twin Turbo | 4,2 s | 11,6 s | Car and Driver |
| 2006 | Twin Turbo | 3,3 s | 10,6 s | Road & Track |
| 2006 | Twin Turbo | 3,4 s | 10,9 s | Car and Driver |
| 2007 | Twin Turbo | 3,4 s | 10,7 s | Motor Trend |
Auffällig ist die Streuung: Der Twin Turbo von 2005 brauchte 4,2 Sekunden und war damit langsamer als ein Saugmotor-S7 von 2003. Über die Viertelmeile liegt der Twin Turbo mit 10,6 bis 10,9 Sekunden klar vorn, nur dieser eine Wagen fällt mit 11,6 Sekunden heraus.
Bei der Höchstgeschwindigkeit stehen 220 und 248 mph nur auf dem Papier. Ein Bericht von Yahoo Autos aus dem Jahr 2016 hält fest, dass es dafür nie einen Beleg gab; ein YouTuber kam demnach auf 240 mph (386 km/h) und musste wegen fehlender Straße abbrechen.
Stückzahlen: 300 geplant, 78 gebaut
Vom Twin Turbo entstanden 20 Stück zwischen 2005 und 2009; für den Jahrgang 2006 nennt Yahoo Autos nur 13. Der Rennwagen S7-R kam auf weniger als 15 Chassis.
Autos unterscheiden sich vor allem durch das Competition Package. Es machte aus dem Twin Turbo einen Wagen mit 850 hp; nur zwei Autos erreichten 1.000 hp. Bei einem S7 von 2003 kostete das Package 75.000 Dollar Aufpreis und hob die Leistung auf rund 625 hp.
Rennsport: Imola 2004 und Le Mans 2010
Im Jahr 2004 gewann der S7-R von Vitaphone Racing mit Michael Bartels und Uwe Alzen in Imola das Gesamtklassement, vor Ferrari 550 und 575, Lamborghini Murciélago und dem frisch vorgestellten Maserati MC12. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo, an dem Tag Gast bei Maserati, räumte danach ein, gegen den Saleen habe man keine Chance gehabt.
2010 gewannen Gabriele Gardel, Julien Canal und Roland Bervillé für Larbre Compétition die GT1-Klasse in Le Mans. Es war dem Bericht zufolge der einzige privat eingesetzte Wagen, der nach 2005 die GT1-Klasse dort gewann. Insgesamt kommt der S7-R auf über 78 Siege, 154 Podestplätze und zehn GT-Meisterschaften in ALMS, Grand-Am und FIA GT.
Was ein Saleen S7 heute kostet
Drei Zuschläge von RM Sotheby's zeigen die Spanne:
- 682.000 Dollar für einen Twin Turbo von 2005 mit 1.000 hp und knapp 4.650 Meilen (Monterey 2015). Das Werks-Presseauto trat in „Iron Man“ (2008) auf.
- 535.000 Dollar für einen Twin Turbo mit Competition Package und 941 Meilen (Arizona 2016).
- 610.000 Dollar für einen S7 von 2003 mit Competition Package (Miami 2024).
Einen Marktpreis lässt sich daraus nicht ableiten. Version, Laufleistung und Geschichte des einzelnen Chassis streuen bei gut 20 gebauten Twin Turbo zu stark.
Fragen zum Saleen S7
Wie viel kostet ein Saleen S7?
Neu 375.000 Dollar (Saugmotor) beziehungsweise 555.000 Dollar (Twin Turbo, 2005). Bei den drei genannten Auktionen lagen die Zuschläge zwischen 535.000 und 682.000 Dollar.
Wie viele Saleen S7 gibt es?
Rund 78 inklusive Rennwagen, davon etwa 20 Twin Turbo und weniger als 15 S7-R.
Wie schnell ist der Saleen S7?
Gemessen 3,3 bis 4,2 Sekunden auf 60 mph. Die Werksangaben von 220 und 248 mph sind nicht bestätigt.


